Die Delegationen aus Afrika und den kleinen Inselstaaten und die Gruppe der ärmsten Entwicklungsländer sind verärgert. Sie drohen offen, die Verhandlungen zu boykottieren. Ohne weitgehende Verpflichtungen seitens der Industrieländer im Kyoto-Protokoll und ohne hohe zusätzliche Finanzmittel machen wir nicht mehr mit, lautet der Tenor „Wir werden kein Selbstmord-Abkommen unterschreiben“, entrüstet sich ein afrikanischer Delegierter. Für Afrika und für die kleinen Inselstaaten geht es ums Überleben. Die Verhandlungen sind im Moment blockiert, sie drohen gar zu scheitern.Im Konferenzzentrum kommt es deshalb am Mittag zu einer spontanen und grossen Demonstration vieler NGO-VertreterInnen: ‚Wir stehen mit Afrika’, ‚Wir stehen mit den Inselstaaten’ lauten die Slogans.
Nnimmo Bassey von Friends of the Earth bringt es auf den Punkt: "Wir unterstützen die Staaten Afrikas in ihrer Forderung für klare Kyoto-Ziele und verbindliche Emissions-Restriktionen für reiche Länder. Wir denunzieren die schmutzigen Verhandlungstaktiken der reichen Länder, die versuchen die Regeln zu ändern und die Verhandlungen aus Eigeninteresse zum Absturz zu bringen. Die entwickelten Länder blockieren diese Verhandlungen, während Afrika versucht, sie vorwärts zu bringen.“