Mittwoch, 16. Dezember 2009

Kopenhagen, eine Bruchlandung?


Die Weltklimakonferenz in Kopenhagen befindet sich seit Dienstagabend im Landeanflug. Dies ist um und vor allem im Kongresszentrum deutlich zu sehen und zu spüren.

Zum Einen wird der Zugang für alle, die nicht den offiziellen Delegationen angehören, stark eingeschränkt. Wer nicht über die magische weisse Karte der UNFCCC verfügt, wird nicht mehr ins Kongresszentrum gelassen. Ich bin zwar im Besitz dieser Karte, aber noch nicht registriert, so dass ich nochmals 4 Stunden im Schneegestöber warten muss, bis ich ins Kongresszentrum gelassen werde.


Quelle: en.cop15.dk
Dort komme ich gerade rechtzeitig zur feierlichen Eröffnung des High-Level Segments. Verschiedene prominente Redner, darunter der UNO Generalsekretär Ban-Ki Moon und Prinz Charles, betonen noch einmal die Dringlichkeit und Wichtigkeit eines globalen Klimaabkommens. Dies läutet den nun folgenden Reigen von Erklärungen und Aufrufen der bereits anwesenden Staats- und Regierungschefs ein. Kurz zusammengefasst: Viel Gerede, immer noch keine Zugeständnisse.

Hinter den Kulissen wird indes eifrig am Verhandlungstext gearbeitet. Leider hört man wenig Gutes - noch sind keine konkreten Reduktionsziele oder Finanzbeträge auf dem Tisch und es scheint, als ob alle auf die letzten Stunden der Konferenz warten, um dann eine weisse Taube (die sich beim näheren Betrachten wohl wieder als faules Ei herausstellen wird) aus dem Hut zu zaubern.

Die Übertragung der Ansprachen der VIPs hat ein leicht frustrierter Kongressteilnehmer treffend mit: "they talk, talk, talk - but at least they also look worried" kommentiert. Hoffen wir, dass es nicht beim Gesichtsausdruck bleibt.