Obama ist heute morgen mit seinem Tross in Kopenhagen eingetroffen. Jetzt kann der Weltklimagipfel endlich beginnen. Zumindest scheint es, als würden alle auf die Erlösung durch den amerikanischen Präsidenten warten. Ob ihm das gelingt ist allerdings fraglich.
Aus dem Kongresszentrum erreichen uns in rascher Folge neue und zunehmend widersprüchliche Mitteilungen. Etliche Entwürfe für ein Klimaabkommen scheinen zu zirkulieren - bis jetzt mit wenig konkreten und schon gar keinen neuen Zugeständnissen seitens der Industrieländer.
Vor einer Stunde haben die Staatschefs die Verhandlungen wieder aufgenommen. Auch Obama hat gesprochen und die amerikanische Position zementiert. Die Quintessenz: Amerika will mitmachen beim Klimaschutz, Amerika will internationale Kontrolle der Emissionsreduktionen, Amerika will mithelfen, die Anpassung der Entwicklungsländer an den Klimawandel zu finanzieren. Das klingt - wie immer bei Obama - sehr vielversprechend, aber schon in der Rede des Präsidenten finden sich unzählige 'aber'. Klimaschutz ja, aber ALLE wirtschaftlich wichtigen Nationen müssen Emissionen reduzieren und Amerika wird nicht mehr tun als schon versprochen; Kontrolle ja, aber die Souveränität der Staaten soll gewährleistet bleiben; Finanzierung ja, aber kein Wort dazu, wer wie viel bezahlt.
Ob die internationale Gemeinschaft unter diesen Bedingungen gewillt ist, ein Abkommen zu beschliessen, werden die nächsten Stunden zeigen. Die so dringend nötige Wende im internationalen Klimaschutz wird das Abkommen von Kopenhagen allerdings nicht bringen.