Mittwoch, 9. Dezember 2009

Wer trägt die Last der Klimaveränderungen?


Schon vor dem Eingang zum Kongresszentrum bedient Greenpeace die verschiedenen Delegationen mit Bio-Kaffee, damit die Teilnehmer wach sind für faire und ambitionierte Verhandlungen. Die Kampagnenarbeit und verschiedenen Aktionen rund um und im Kongresszentrum sind in vollem Gange. Auch die europäischen Partnerwerke von Brot für alle und Fastenopfer sind aktiv: gestern haben die Südpartner des Netzwerkes einen Umzug durch das Kongresszentrum organisiert. „Der Süden trägt die Last des Klimawandels.“ Die Erde wurde auf den Schultern der Teilnehmer getragen und ein überdimensionaler Scheck symbolisierte die Schulden des Nordens gegenüber dem Süden.

Später protestierten afrikanische Südpartner des Netzwerkes: „in Afrika sterben schon heute Leute an den Auswirkungen des Klimawandels. Und der Norden schaut zu. Diese Verhandlungen müssen Resultate bringen, der Norden muss seine Verantwortung wahr nehmen!“

Auch die Kirchen haben eine Verantwortung, im Norden wie im Süden. Im Norden müssen Kirchen ihren Energie-Haushalt überdenken. Der Leitfaden, welcher Fastenopfer und Brot für alle zusammen mit Oeku – Kirche und Umwelt erstellt hat, gibt erste Hinweise auf mögliche Verbesserungen. Im Süden können die Kirchen via Klimafonds unsere Partnerwerke mit gezielter Ausbildung auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereiten.

Nächsten Sonntag werden die Kirchen noch einmal öffentlich aktiv: Erzbischof Desmond Tutu wird die internationale Petition für mehr Gerechtigkeit im Klimwandel an den Sekretär des UN Klimasekretariats, Yvo de Boer, überreichen. Gegen 300'000 Unterschriften sind zusammengekommen, darunter auch die Stimmen aus der Schweizer Petition, welche Brot für alle und Fastenopfer im September dem Bundesrat eingereicht haben. Anschliessend findet im Kopenhagener Dom ein ökumenischer Gottesdienst statt.

Schliesslich werden einer Welle um den Globus gleich, um 15 Uhr Ortszeit die Kirchenglocken läuten. Ein Weckruf der Kirchen in aller Welt an die verhandelnden Staaten, ein gerechtes, faires und griffiges Klimaabkommen zu verhandeln und zu verabschieden.

In der Schweiz haben sich über 500 Kirchgemeinden und Pfarreien entschlossen, am Weckruf mitzumachen und Solidarität mit dem Süden zu zeigen.

Mehr Informationen unter:
www.oeku.ch
www.countdowntocopenhagen.org
Protest der Afrikanischen Zivilgesellschaft