Durch die Klimaerwärmung stehen viele Menschen vor neuen Bedingungen, die ihr tägliches Leben massgeblich verändern. Für uns ist dies schwer vorzustellen, denn die klimatischen Veränderungen in der Schweiz sind „noch“ nicht dramatisch. Seit einigen Jahren legen zwar diverse Skigebiete Teppiche auf ihre Gletscher, dass diese nicht zu schnell schmelzen. Bezahlt werden diese Massnahmen meist von den Skigebieten selber.
In den Ländern des Südens sind die Auswirkungen des Klimawandels viel lebensbedrohlicher: In manchen afrikanischen Ländern wie in Kenia gibt es mehr und längere Dürren und die wenigen Niederschläge spülen mit ihrer Heftigkeit oft ganze Ernten weg. In asiatischen Ländern wie in den Philippinen stehen die Leute vor einem anderen Problem. Viele Menschen des Inselstaates leben direkt am Wasser. Der steigende Meeresspiegel bedroht die Bevölkerung akut. Bereits mussten ganze Dörfer zurück gesetzt werden. Für die von der Fischerei abhängige Bevölkerung eine Katastrophe. Viele Menschen müssen sich auf Viehhandel, Landwirtschaft oder die Fischzucht in Süsswasserteichen spezialisieren. Diese Anpassungen sind mit hohen Kosten verbunden.
An der Klimakonferenz wird auch über die Finanzierung dieser Kosten verhandelt. Woher das Geld kommt, ist für die direkt Betroffenen zwar nicht von grosser Bedeutung, aber dass es bei ihnen überhaupt ankommt und vor Ort sinnvoll eingesetzt wird, ist hingegen eine grosse Herausforderung. Um das Finanzierungsanliegen der Entwicklungsländer zu vertreten, sind viele Nichtregierungsorganisationen aus den Entwicklungsländern angereist. Darunter auch Partnerorganisationen von Brot für alle und Fastenopfer. Gestern habe ich Milo Tanchuling von der „Freedom from Dept Coalition“ (FDC) getroffen, einem Partner von Fastenopfer aus den Philippinen. Für ihn ist die Finanzierung von zentraler Bedeutung. Schon oft wurde die Weltbank mit der Finanzierung von Entwicklungsprojekten – inklusive der Anpassungsmassnahmen an den Klimawandel – beauftragt. Häufig gelangten die gesprochenen Entwicklungsgelder dann aber nicht zur betroffenen Bevölkerung, sondern es wurde die Exportwirtschaft der Länder im Süden gestärkt. Dies aus purem Eigennutz der Industriestaaten. Gerne sieht man die Entwicklungsländer als Rohstofflieferanten und nützt sie dann gleich als neue Absatzmärkte. Das führt soweit, dass der grosser Reisexporteur Philippinen selber Reis importieren muss, um die Mägen der eigenen Bevölkerung zu füllen. Für Milo ist klar: Wird in den Verhandlungen nicht über eine andere Finanzierungsart – zum Beispiel über die UNO direkt – entschieden, verändert sich in den betroffenen Ländern wenig. Aus diesem Grund ist er zusammen mit weiteren Vertretern von FDC hergekommen und arbeitet wie wir daran, die Delegationen von der Wichtigkeit unserer Anliegen für die arme Bevölkerung der Länder im Süden zu überzeugen.
->Hier gehts zu den Forderungen der Klimapetiton von Brot für alle und Fastenopfer<-