Es ist grau und bedeckt in Kopenhagen. Ein eisiger Wind weht vom Meer her, so, als ob er die Stimmung vor der grossen Klimakonferenz erahnen könnte. Morgen ist es soweit: die grosse Klima-Konferenz wird eröffnet. Nach langen Vorbereitungen und Vorverhandlungen will die internationale Staatengemeinschaft ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll, welches im Jahr 2012 ausläuft, abschliessen.
Doch die Meldungen in den letzten Wochen waren alles andere als vielversprechend. Die Industrieländer, welche für den Klimawandel verantwortlich sind, zieren sich, die nötigen Reduktionen der Treibhausgase wirklich anzugehen und die benötigten finanziellen Mitteln bereitzustellen. Im Gegenteil: sie verlangen, dass sich Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien ebenfalls zu Reduktionen verpflichten. Diese indes wollen sich nicht einbinden lassen. Und ihre Argumente sind nachvollziehbar: verglichen mit den Industriestaaten haben sie pro Kopf immer noch einen verschwindend kleinen Ausstoss. Und im Moment brauchen die Länder die Marge, damit ihre Entwicklung und die Bekämpfung von Armut vorangetrieben werden kann. Deshalb fordern sie zusammen mit den armen Entwicklungsländern, dass der Norden mehr reduziert und Geldmittel zur Verfügung stellt, um den Ländern im Süden zu helfen, sich an den Klimawandel anzupassen und ihre Entwicklung auf sauberere Technologien umstellen zu können.
Wenn dem Recht auf Entwicklung nicht genügend Beachtung geschenkt wird, kommt wohl kein griffiges Abkommen zu Stande. Deshalb engagieren sich Brot für alle und Fastenopfer für die Gerechtigkeit im Klimawandel und sind in ihren europäischen Netzwerken Aprodev und Cidse aktiv. In Kopenhagen wollen wir Einfluss nehmen, dass ein faires, ausgeglichenes und gerechtes Abkommen ausgehandelt wird. Fair und gerecht heisst, dass das Recht auf Entwicklung und die Bekämpfung der Armut bei den Massnahmen gegen die Klimaerwärmung berücksichtigt sind.