Die Delegation aus Tuvalu macht in Kopenhagen mächtig Druck. Sie will schnell zu hohen und verbindlichen Verpflichtungen kommen. „Für uns sind die Klimaverhandlungen kein Spiel, sondern eine Frage des Überlebens. Unser Land liegt nur vier Meter über dem Meeresspiegel. Wir haben keine Zeit mehr zu warten,“ beschwor der Delegierte von Tuvalu sehr emotional die ganze Versammlung.
Auch für Botschafter Lumumba Di Aping, dem Vorsitzenden der Entwicklungsländer, die in der Gruppe77 zusammengeschlossen sind, geht’s bei den Klimaverhandlungen um "eine Frage um Leben oder Tod". Wenn die globale Erwärmung maximal 2°C betragen dürfe - ein Ziel das die Politik anzustreben versucht – werde die die Erwärmung in Afrika 3.5°C betragen. Das sei kein ‚deal’ erklärte er gestern den Nichtregierungsorganisationen: „ Das bedeutet für Afrika mit Sicherheit Hunger und Tod und für die kleinen Inselstaaten die sichere Zerstörung durch den Anstieg des Meersspiegels. Ein Abkommen, das nicht Sicherheit für die Menschheit und die Natur bringt, ist kein gutes Abkommen.“
Der Vorsitzende der Entwicklungsländergruppe forderte deshalb, die globale Erwärmung auf maximal 1.5°C zu beschränken. „Die Industrieländer müssen deshalb bis ins Jahr 2017 ihre Emissionen um 52% reduzieren und bis 2020 um 65%.“
Botschafter Lumumba beklagte sich zudem über ein paar grosse Umwelt-NGOs: „Der Versuch, die Gruppe der Entwicklungsländer zu spalten, ist etwas, das man schlicht der CIA oder dem KGB überlassen soll. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal im Leben einige NGOs wegen so etwas anklagen muss.“ Er spielte damit auf die Haltung einiger Regierungen und NGOs an, die fordern, dass sich jetzt sofort auch die Schwellenländer in einem neuem Abkommen verpflichten müssten. Wer jetzt China in ein neues Abkommen drücke, wolle sich eigentlich aus den eigenen Reduktions-Verpflichtungen im Kyoto-Prtokoll schleichen. Ein neues Protokoll anstelle des gültigen Kyoto-Protokolls gefährde das bisher schon Erreichte. „China ist kein Hindernis für ein gutes Abkommen. In China leben mehr Arme als in ganz Afrika. Der einzige Weg, China zu helfen geht über den Transfer von sauberen Technologien, damit China seine Treibhausgase vermindern zu kann.“