Seit heute 10 Uhr ist es soweit: die Klima-Konferenz ist eröffnet.
Nebst den offiziellen Delegationen der Staaten haben sich über 20'000 Beobachter angemeldet. Sie verfolgen die Konferenz hautnah. Um als Beobachter teilnehmen zu können, müssen die Organisationen von der UNO akkreditiert sein. Dies ist ziemlich aufwändig. Deshalb sind wir von Brot für alle und Fastenopfer Teil der Delegation unserer europäischen Partnerorganisationen.
Für die Eröffnung stehen die Leute schon um 8 Uhr Schlange vor den Eingängen. Die Sicherheitsvorkehrungen sind wie auf einem Flughafen: Taschen werden mit Scanner durchleuchtet und alle müssen durch einen Torbogen durchgehen. Selbst der Reisverschluss der Winterschuhe gibt an, so sensitiv sind die Metalldetektoren eingestellt.
Nach den offiziellen Begrüssungsreden, verabschieden die Konferenzteilnehmer heute das Programm und den Ablauf der Konferenz. Danach verhandeln verschiedene kleinere Gruppen die technischen Details. Je nach Thema und Aktualität, werden Beobachter zugelassen. Oftmals finden die Verhandlungen aber auch hinter verschlossenen Türen statt.
Für uns Interessensvertreter ist es wichtig, bei den öffentlichen Verhandlungen dabei zu sein und die Entwicklungen aus nächster Nähe mitzuverfolgen. Nehmen die Verhandlungen Wendungen, welche ein faires und gerechtes Abkommen gefährden, versuchen die beiden Netzwerke Aprodev und Cidse Delegationsmitglieder aus den betreffenden Ländern zu treffen und ihnen unsere Standpunkte nochmals aufzuzeigen. Partner aus dem Süden spielen dabei eine grosse Rolle: sie kennen die Auswirkungen des Klimawandels auf ihr Land und die Leute am besten und sind oft das stärkste Überzeugungsargument. Da viele verschieden Gruppen versuchen, die Delegationen zu beeinflussen, ist eine gute Information das ein und alles bei Verhandlungen.
Hier in Kopenhagen werden während der ersten Woche noch offene Inhalte geklärt. In der zweiten Woche, wenn die meisten Minister und später in der Woche auch Staatspräsidenten anwesend sind, wird vor allem diskutiert werden, was genau das Ergebnis dieser Verhandlungen sein soll. Reicht der in der ersten Woche diskutierte Inhalt für ein rechtlich bindendes Abkommen? Oder wird ein politisches Abkommen unterzeichnet, welches die nächsten Schritte hin zu einem rechtlich bindenden Abkommen festlegt?
Die Bereitschaft von China und Indien, ihre CO2-Bilanz in der Wirtschaft zu verbessern und die Tatsache, dass Barack Obama seine Teilnahme nun auf das Ende der Verhandlungen verschoben hat, lässt Hoffnung aufkommen. Doch welches Ergebnis schlussendlich vorliegt, werden wir am 19. Dezember sehen.