Schon am Morgen beim Frühstück fängt das Leben der Lobbyisten an: erster Informationsaustausch, was am vorigen Abend noch alles geschehen ist. Heute ist es besonders spannend. Das Aussetzen der Verhandlungen gestern hat zu zahlreiche Koordinationssitzungen der verschiedenen NGO-Gruppen geführt. Meist spät abends, um die letzten News und Entwicklungen noch mitzukriegen und in die Strategien für den nächsten Tag einzufügen. Beim Frühstück werden die letzten Entwicklungen von unserer Gruppe diskutiert und das Vorgehen während des Tages festgelegt.
Im Kongresszentrum fängt dann die Jagd nach den entsprechenden Informationen an. Wann finden welche Sitzungen und Verhandlungen statt? Werden Beobachter zugelassen oder wird hinter verschlossener Tür verhandelt? Und von wem bekommt man die relevanten Informationen nach einer geschlossenen Sitzung? Dann geht es weiter zu Treffen mit ausgewählten Delegationen, um vielleicht doch noch ein Argument in die Verhandlungen einzubringen.
Das alles kann nur dank den Netzwerken, denen Brot für alle und Fastenopfer angehören, geleistet werden.
Eines der Netzwerke ist das Climate Action Network (CAN). Jeden Abend verleiht CAN einen Spezialpreis: das Fossil des Tages. Preisträger kann werden, wer ungenügende Vorschläge in den Verhandlungen macht. Auch die Schweiz hat es in der kurzen Zeit hier in Kopenhagen schon auf den ersten Platz geschafft. Zusammen mit den anderen Industriestaaten wurde sie am Montag auf Platz eins gesetzt. Grund: die ungenügenden Reduktionsvorschläge für Treibhausgasemissionen. Die vorgeschlagenen 20% Emissionsreduktionen der Schweiz, welche erst noch zur Hälfte im Ausland geschehen können, stehen im krassen Gegensatz zu den vom Weltklimarat geforderten 30 – 40% und den von Brot für alle und Fastenopfer geforderten fairen Anteil von 40% Inlandreduktion.