Das Thema Klima und Klimawandel ist omnipräsent. Im Hotel, wo ich bis jetzt gewohnt habe, sind die meisten offiziellen Delegationen der G77 und China, also der Gruppe der Entwicklungsländer, untergebracht. Schon beim Frühstück geht es heiss zu und her: hier hört man die letzten Analysen, die neusten Informationen werden per Telefon durchgegeben, Strategien beredet und neuste Entwicklungen diskutiert.
„Der Norden muss endlich seine in Bali gemachten Zusagen erfüllen.“ – „Ohne fixe Zusagen, wie die Anpassung an den Klimawandel finanziert werden soll, unterschreiben wir kein Abkommen.“ – „die Reduktionsvorschläge der Industrieländer sind zu niedrig, damit lässt sich die Erwärmung nicht stoppen.“ So ähnlich tönt es zwischen Müesli und Brot in verschiedenen Sprachen.
Während der Verhandlungen sind immer wieder Gerüchte zu hören. So wollen anscheinend einige Industrieländer, allen voran die USA, die Finanzierungen auf die kurzfristige Finanzierung von Massnahmen begrenzen und keine Zusagen über ein längerfristiges Engagement machen. Die Südpartner der verschiedenen NGO-Organisationen machen ihre Delegationen sofort auf dieses Dilemma aufmerksam. So kommen die Lobby-Aktivitäten schnell zum Laufen.
Doch die heiklen Punkte in den Verhandlungen bleiben die Reduktionsziele für die Industrieländer, sowie die Finanzierung zur Bewältigung des Klimawandels im Süden.
Brot für alle und Fastenopfer haben diesen Sommer in einer Studie errechnen lassen, wie hoch der Beitrag der Schweiz ausfällt, damit das Recht auf Entwicklung trotz Klimaerwärmung für die Entwicklungsländer möglich bleibt: Die Schweiz müsste bis ins Jahr 2020 ihren CO2-Ausstoss (im In- und Ausland) um 130% reduzieren helfen, wenn sie aufgrund ihrer wirtschaftlichen Fähigkeit und historischen Verantwortung ihren fairen Beitrag leisten würde.
Mehr Informationen dazu unter: http://www.rechtaufnahrung.ch/